BacterioÄsthetik
Bacterioästhetik ist eine Wortschöpfung von mir, sie stammt aus dem Jahre 2010. Bakterien und Hefen sind schön. Manche sind sogar stilvoll schön und noch dazu poetisch veranlagt. Diese Talente sind aber sehr rar und stellen somit nur einen sehr kleinen Teil des Mikrokosmos dar. Das Auffinden ausreichender Kandidaten erstreckte sich über Jahre hindurch. Dass diese außergewöhnlichen Fähigkeiten nicht im (unsichtbaren) Mikrokosmos gefangen bleiben müssen, ist meinen „Bühnen“ zu verdanken. Auf diesen speziellen Medien, deren Entwicklung sehr viel Zeit in Anspruch nahm, kann sich diese unsichtbare Welt nun sichtbar in Szene setzen…
Entstehung
Es entsteht aus einer minimalen Vorgabe auf einem entsprechenden Medium (Bühne) eine komplexe Struktur.
Die Natur ist die wohl fantasiereichste Künstlerin. In ihrer Welt können wir den Reichtum und die Fülle an Formen und Farben bewundern. Sie vermittelt einen wundervoll ästhetischen Gesamteindruck. Das trifft sowohl auf die belebte Natur wie Flora und Fauna, als auch auf die unbelebte Natur zu, denken wir an Gesteine und Mineralien. Der Mikrokosmos stellt die unsichtbare Welt dar. Eine unsichtbare Welt und noch dazu eine ästhetische?
Durch Vermehrung wird die unsichtbare Welt des Mikrokosmos sichtbar. In der Natur kann man das z.B. als Verfärbung von Gewässern erleben. Die Vermehrung auf künstlichen Nährböden führt zur Koloniebildung, jedoch niemals zu Kunstwerken. Die künstlerischen Talente der Bakterien entdeckte ich zufällig. Dem Zufall verdanke ich viele meiner Entdeckungen. Die künstlerisch begabten Mikroorganismen sind allerdings sehr rar. Auf einem adäquaten Medium aufgebracht, können sie ihre innewohnenden Fähigkeiten ausleben. Diese Medien ermöglichen der bis jetzt noch unsichtbaren Welt sich in eine sichtbare zu wandeln.
Das Medium hat die Funktion eines Ortes für szenische Darstellungen und wird von mir daher als Bühne bezeichnet. Ohne diese Bühne blieben die künstlerischen Talente des Mikrokosmos für alle Zeiten in seinen Zellen gefangen. Die Entwicklung solcher Bühnen, die von Organismus zu Organismus variieren, ist in erster Linie eine wissenschaftliche Herausforderung. Das Ergebnis der Bühnenentwicklung spricht für sich; noch nie dagewesene Kunstwerke erfreuen und sorgen für ehrfürchtiges Staunen.
Die Werke
Alle Werke der Bacterioästhetik werden naturgetreu fotografiert. Das bedeutet, dass durch Bearbeitung weder etwas hinzugefügt noch etwas entfernt wird. Auch farblich erfolgt keine Veränderung. Es soll sich um ein unverfälschtes Werk der Schöpfung handeln. Das trifft auch auf den Hintergrund der Bilder zu, der stets real ist. Interferenz und Pigmente des Mikrokosmos können für ein erweitertes Farbspektrum sorgen.
Werke dieser Kunstrichtung werden als streng limitierte Pigmentkunstdrucke angeboten.