bacteriographie

„Bacteriographie“ ist eine Wortschöpfung von mir, sie stammt aus dem Jahre 1999. Das bedeutet Zeichnen und Malen mit (bunten) Bakterien. Diese Buntheit verkörpert nur einen sehr kleinen Teil des Mikrokosmos und davon sind wiederum nur die wenigsten Organismen für die Bacteriographie geeignet. Die Suche nach geeigneten Kandidaten dauerte dadurch einige Jahre, ebenso die aufwändigen künstlerisch – wissenschaftlichen Studien.

Bacteriographie-Nr.-11

Entstehung

Farben haben eine psychologische Wirkung auf uns Menschen. Farben können Emotionen und Stimmungen auslösen, sie können in ihrer Wirkung beruhigen oder anregen und auch die Konzentration fördern. Die einzigartige Farbenpracht unseres Planeten ist sichtbar und bietet eine wundervolle Grundlage unseres Daseins.

Die Bacteriographie hingegen führt uns zu den Schönheiten einer Welt, die erst durch mein wissenschaftlich-künstlerisches Wirken sichtbar wird. Sie führt uns zu den Geheimnissen des Mikrokosmos, zu seinem Reichtum an Farbnuancen und deren Charme. Dieser Charme unterstreicht die Schönheiten des Mikrokosmos, die sich in bacteriografischen Gemälden und Zeichnungen spiegeln.

Die Bacteriographie verbindet auf einzigartige Weise Kunst mit Wissenschaft. Schon nach den ersten Studien im Jahr 1999 war mir klar, dass die Idee, die Buntheit des Mikrokosmos künstlerisch umzusetzen, keine einfache Spielerei ist. Um ausdrucksvoll malen zu können, bedarf es eines umfangreichen Bakterienensembles. Die Suche nach geeigneten Bakterien erstreckte sich über Jahre und ist auch heute (Stand 2025) noch immer nicht abgeschlossen. Das Auswahlverfahren der Bakterien, ein wissenschaftlicher Part dieser Kunstrichtung, ist umfangreich und durchaus mit einem „Casting“ für Schauspieler auf einer Theaterbühne vergleichbar. Die Wesen des Mikrokosmos sind wie Schauspieler auf einer Bühne im Theater, die sich nach meinen Regieanweisungen auf meiner Bühnenausstattung in ihren Rollen entwickeln und ihr Können in einer bestimmten Aufführung zeigen.

Ohne Bakterien wäre der Mikrokosmos farblich langweilig. Die Bereitschaft verschiedenster Bakterien miteinander zu interagieren ist groß und vielfältig. Deren gegenseitige Beeinflussung führt dazu, dass auf Gemälden mehr Farben sichtbar werden können als ursprünglich zum Einsatz gelangten. Mehr noch, durch das Zusammenspiel finden auch noch zeitlich begrenzte dynamische Prozesse statt, die mitunter zu sehr komplexen Mustern und Strukturen führen. Die daraus resultierenden Werke sind also mehr als die Summe ihrer Teile. Die künstlerische Arbeit mit Bakterien stellt höchste Ansprüche an die Wissenschaft und an die Kunst. Besonders an die Kunst…

„Weniger ist mehr.“ Diese Formulierung, die gelegentlich dem deutschen Dichter Christoph Martin Wieland (1733 – 1813) zugeschrieben wird, trifft voll und ganz auf das Malen mit Bakterien zu. Konkret bedeutet das, dass das Malmittel nur äußerst sparsam mit einem Pinsel auf den Maluntergrund, auch als Bühne bezeichnet, aufgebracht werden darf. Dann, und nur dann, können die oben erwähnten Interaktionen stattfinden.

Dadurch bin ich beim Malen mit einem maltechnischen Problem konfrontiert.

Da das Malmittel weder Deck- noch Farbkraft besitzt, ist ein von mir fertig gemaltes Bild noch nicht sichtbar. Ich muss als Maler quasi unsichtbar malen, was bei einfachen Kompositionen noch nicht problematisch ist. Das Ziel des bacteriographischen Malens war aber das Fertigen von Portraits und anderen komplexen Darstellungen in höchster Präzision. Von da an, war und ist mein Können als Künstler gefordert, denn die wissenschaftliche Vorarbeit ist in diesem Stadium bereits geleistet.

Die künstlerische Umsetzung vom einfachen Bild bis hin zum komplexen Portrait nahm fünf Sonnenumrundungen unseres Planeten in Anspruch. Alles braucht eben seine Zeit.

Das noch unsichtbare, aber bereits fertig gemalte Bild, wird durch Vermehrung der sparsam aufgemalten Bakterienmasse allmählich sichtbar. Über zarte Pastelltöne wächst das Bild heran, bis alle Effekte, Farbtiefen, Farbnuancen und Kontraste erreicht sind. Dabei müssen alle beteiligten Organismen mit ihren Aufgaben gleichzeitig fertig sein. Das bedeutet für mich eine Geduldprobe von zwei bis drei Tagen bis das Bild sichtbar wird. Danach wird das Bild konserviert und mit einem speziell entwickelten Firnis beschichtet.

Die Planung des Bildes, die bildnerische Umsetzung und die anschließende Konservierung stellen für mich als Künstler und als Forscher eine immerwährende Herausforderung dar.

Da meine Bacteriographie ein sich stetig weiterentwickelnder Prozess ist, ist kein Ende meiner Forschungs- und Entwicklungsarbeit, weder künstlerisch noch wissenschaftlich, absehbar.

Diese künstlerisch-wissenschaftliche Vorgangsweise ist hoch anspruchsvoll und mein Geheimnis. Dieses von mir entwickelte Verfahren möchte ich nicht entmystifizieren.

Potenziertes Malen Nr.13

Die Werke

Werke dieser Kunstrichtung werden als streng limitierte Pigmentkunstdrucke angeboten.

Auf Wunsch ist der Erwerb eines Originales ebenfalls möglich. Bacteriographische Originale sind mehr als nur Kunstwerke. Sie sind wahre Naturwunder, mit denen speziell umgegangen werden muss.

Kunstwerke der Bacteriographie