Der FotograF
Ulrich Kallinger – Fotograf & Lichtregisseur
Kreativität, technisches Know-How, ein Auge für Details, Geduld, Flexibilität,
Kommunikationsfähigkeit, Leidenschaft und Verlässlichkeit sind Grundsäulen eines Fotografen.
Ich bin in Oberösterreich geboren und aufgewachsen, Berufssoldat, lebe in Wien und beschäftige mich seit 2013 intensiv mit der Kunst der Fotografie. Meine Dienstzeit als Pressefotograf von 2013 bis 2017 in der Presseabteilung, beim Multinationalen Kommando Operative Führung in ULM (DEU), sowie ein nachfolgender 13 monatiger fotografischer Einsatz im Hauptquartier EUFOR/ALTHEA, in Bosnien und Herzegowina, bestärkten mich einmal mehr in meinem fotografischen Tun.
Einzigartige Momente festzuhalten, Emotionen einzufangen, Geschichten zu erzählen, die Realität zu interpretieren, Botschaften zu übermitteln und diese künstlerisch zum Ausdruck zu bringen – all diese Aspekte waren Grund genug, mich mit dieser Materie zu beschäftigen.
Denn, mit Arbeit die man liebt, erzielt man bekanntlich die besten Ergebnisse.
Seit Juni 2023, liegt mein Augenmerk bei den Makroaufnahmen von Mikroorganismen des Künstlers und Bacteriographen Erich Schopf. Er ist Entdecker, Regisseur, Maler und Dirigent seines Mikrokosmos-Ensembles.
Die winzigen Akteure des Mikrokosmos sind mit freiem Auge natürlich nicht zu erkennen. Man findet sie unter anderem im Wasser, im Boden und auch in der Luft. Der menschliche Körper wird ebenso von Abermilliarden Mikroorganismen besiedelt – unser Mikrobiom.
Wir staunen immer wieder, wenn wir diese geheimnisvolle Welt gemeinsam erforschen.
Die kreative und technische Disziplin
Die Kunst der Fotografie ist wie eine symphonische Komposition aus Licht, Schatten, Farben und Formen. Die Linse als Pinsel, der Film als Leinwand, der wachsame und aufmerksame Blick eines Adlers, erfassen das Wesentliche eines Moments in seiner Schönheit. Man fängt diesen Moment in einem flüchtigen Augenblick ein und hält ihn fest.
Die Fotografie enthüllt die Seele der Dinge und zeigt uns das Verborgene. Ein Spiegel der Wirklichkeit und der Fantasie sind in einem Bild vereint.
In jedem Klick stecken eine Geschichte, eine Emotion und auch ein Moment des Lebens. Die Zeit steht still, während das Bild spricht und lädt uns ein, in die Welt des Bildes einzutauchen.
Interaktionen zwischen Organismen und ihrer Umwelt
Können Bakterien sehen und werden wir bei unseren Aufnahmen beobachtet!?
Ich war anfangs doch etwas verwundert, besser gesagt sehr erstaunt, als ich während der Bearbeitung des Fotos tiefer hineinzoomte und plötzlich diese „zwei Augen“ entdeckte.
Natürlich können Bakterien nicht sehen, da sie kein visuelles System besitzen, wie wir es kennen. Sie reagieren vielmehr auf chemische Signale in ihrer Umgebung. Dieser Vorgang wird Chemotaxis genannt und beeinflusst die Bewegungsrichtung von Lebewesen. Es wird zwischen positiver und negativer Chemotaxis unterschieden. Im positiven Fall wandern die Lebewesen auf einen chemischen Stoff zu, im negativen Fall wenden sie sich von einem chemischen Stoff ab. Ob die Chemotaxis als Erklärungsmodell für die Entstehung der sehr komplexen Muster und Strukturen der Bacterioästhetik ausreicht, muss noch geklärt werden.
Es handelt sich also um Artefakte oder spezifische morphologische Merkmale der Bakterien, die bei der Makrofotografie sichtbar werden. Diese „zwei Augen“ sind also Strukturen und Muster, die durch die Art und Weise, wie das Licht auf die Bakterien trifft, entstehen und gehören in die Kategorie der eher seltenen Entdeckungen. Es ist wirklich faszinierend, wie der für uns so verborgene Mikrokosmos aussieht und solche Aufnahmen können oft interessante und unerwartete Details zeigen. Ich freue mich sehr, dass ich der Entdecker sein durfte. Aber, war diese Bakterie ein Unikat? Wir werden es sehen. Ich bin überzeugt, dass mich der Mikrokosmos noch mit vielen Entdeckungen überraschen wird, seine Geheimnisse wird er wohl nie zur Gänze preisgeben. Es ist und bleibt für uns jedenfalls weiterhin spannend.
Die Makro-Fotografie
Feine Strukturen der Bacteriographie und der Bacterioästhetik scharf und detailreich abzubilden erfordert fachliches Können, Geduld, Präzision, ein geschultes Auge für Details und Verständnis für Komposition und Licht, sowie Hingabe. Ein gutes Makroobjektiv hat eine geringe Naheinstellgrenze, die es ermöglicht, extrem nahe an das Motiv heranzugehen und es dennoch fokussieren zu können. Mit einer DSLM-Kamera, einem Makroobjektiv 105 mm 1:2,8 VR S und AstrHori 25 mm f/2.8, Makro 2.0-5.0x, sowie einem abgestimmten Blitzsystem ist es möglich, die feinen Details und Strukturen im Makrobereich zu beeindruckenden Nahaufnahmen mit hoher Vergrößerung einzufangen.
Die präzise Fokussierung ist entscheidend für scharfe und detailreiche Aufnahmen der Kunstwerke. Da selbst kleinste Erschütterungen zu unscharfen Bildern führen, ist die Verwendung eines Stativs unerlässlich. Bereits nach unserem ersten Shooting im Juni 2023, war unsere Vorfreude auf die Entwicklung unserer Werke schon in hohem Ausmaß gegeben.
- Ulrich Kallinger -
„Mach das ganz Kleine so groß, dass wir es gebührend bewundern können.“